Strassenkinderprojekt



Zusammenfassende Information über die Kinderhilfsprojekte in Visakhapatnam
(kurz:Visak)/Provinz Andra Pradesh

Der Shelter

Im „ Don Bosco Navajeevan Bala Bavan“-Jungenshelter leben immer ca. 30 Kinder. Das Heim ist eine Art Auffangstation und Übergangsheim und wird vom christlichen Orden „Don Bosco“ geleitet. Es bietet ein Zuhause für Jungs im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die Gründe weshalb die Kinder oder Jugendlichen nicht mehr Zuhause leben sind sehr unterschiedlich. Viele werden vom Staat in Heime gesteckt, weil es in ihren Heimatdörfern in den Bergen nicht möglich, ist die Schule zu besuchen. Ein Grossteil der Jungs ist aus verschiedenen Gründen von Zuhause weggelaufen und wird auf dem Bahnhof Visaks von Kindern oder Mitarbeitern des Shelters angesprochen und dorthin eingeladen. Manche der Kinder werden auch von den eigenen Eltern ins Heim gebracht, da diese nicht die Möglichkeit haben, für den Unterhalt und für die Schulbildung ihrer Kinder aufzukommen. Selten kommt es auch vor, dass es sich bei den Kindern im Shelter um Waisenkinder handelt. Öfters hingegen, dass die Kinder nur noch ein Elternteil haben, weil der andere an einer Krankheit oder bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Im Shelter bekommen die Jungs regelmässig zu Essen, Kleider, Schulbildung, Beratung und ein zweites Zuhause.
Wenn ein Junge ins Heim kommt, bzw. gebracht wird, wird zuerst abgeklärt, wie die Verhältnisse in seinem Zuhause sind. Falls diese vertretbar sind, wird das Kind, falls es dies auch möchte nach Hause zurückgebracht. Falls dies nicht möglich ist, kann das Kind in einem Heim von „Don Bosco“ unterkommen und es wird darin unterstützt und motiviert, eine Schul- und/oder Berufsausbildung (wieder) aufzunehmen.
Ein wichtiges Ziel ist es, den Strassenkindern ihre Würde zurück zu geben und sie vor Übergriffen auf der Strasse, welchen sie häufig täglich ausgesetzt sind, zu schützen.

Strassenkinderheim in Sabbawaran

Sabbawaran ist das zweite Heim, neben dem Shelter, das von Don Bosco unterhalten und geleitet wird. Ist es nicht möglich, die Kinder wieder in ihre Familien einzugliedern und das Kind gewillt, einen Neustart zu wagen und sich auf das neue Leben einzulassen, werden sie in einen Heim in Sabbawaran, gebracht. Dort gehen sie zusammen mit den anderen Dorfkindern zur Schule und beginnen ihre Berufsausbildung, damit sie später ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten können.
Das Heim befindet sich etwa eine Stunde ausserhalb von Visak und ist etwas im Wald gelegen. Im Heim in Sabbawaran leben ca. 60 Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren.



Beach Blossom – ein schulisches Brückenangebot für arbeitende Kinder von Fischern und Hafenarbeitern

Die Kinder der Familien die in Jalaripetta, einem armen Hafenviertel Visaks, leben sind häufig dazu gezwungen, unter Vernachlässigung ihrer schulischen Ausbildung, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen oder auf ihre Geschwister aufzupassen. Das langfristige Ziel des Projekts ist es, diesen „working children“ und ihren Familien eine bessere und sicherere Zukunft zu ermöglichen. Die Kinder sollen durch die Bridgeschool dahingehend individuell unterstützt werden, dass sie wieder in die staatliche Schule eingegliedert werden können. In der Bridgeschool werden sie in Mathematik, Telugu (die Sprache im Staat Andhra Pradesh), Hindi und Englisch unterrichtet sowie darin, wie sie den Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden und so ihre Chancen auf eine bessere berufliche Zukunft verbessern können. Die Eltern werden von den Sozialarbeitenden für das Thema der Kinderarbeit sensibilisiert.
In der Nähe der Schule gibt es zudem diverse Ausbildungswerkstätten. Dort wird Jugendlichen und jungen Erwachsenen in verschiedenen Kursen ermöglicht, einen praktischen Beruf zu erlernen, z.B. den des Schneiders oder der Kosmetikerin.


Leitung der Projekte

Die Projekte stehen unter der Leitung der Don Bosco-Priester. Die christliche Religion spielt in der praktischen Arbeit keine vordergründige Rolle; u.a. weil auch die Mehrzahl der indischen Bevölkerung dem hinduistischen Glauben zugetan ist. Die Kinder werden ungeachtet ihrer religiösen Ausrichtung aufgenommen und es wird auch nicht versucht, sie zum Christentum zu bekehren. Dasselbe gilt für die Volunteers bzw. für die Praktikantinnen und Praktikanten.
Der derzeitige Leiter heisst Father Sojan Puthussery. Er kümmert sich mit Hilfe einiger indischer Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen und freiwilligen Helfern und Helferinnen um das Wohlergehen seiner Schützlinge und um die Weiterentwicklung sowie Finanzierung der Projekte.